Einen kleinen Nachttisch selber bauen

Veröffentlicht auf von Julia K.

gleich zur Bauanleitung

Vorgeschichte und Idee

Ich habe schon immer gerne gebastelt oder besser gebaut. Schon mit 12 habe ich für meine Kaninchen ein Gartenhäsuchen aus Holz mit 3 verschiedenen Räumen und einem Dach mit Scharnier-funktion gebaut. Baumärkte sind im Grunde für mich, was Schuhläden für manche anderen Frauen sind.

In Berlin wohne ich in einem, für meine Begriffe, sehr großen Zimmer: 28m2 sind schon ne Menge! Natürlich stehen ein Bett, Schreibtisch, großes Sofa und ein Schrank drin, aner auch mit 2 Loungesesseln ist das Zimmer immernoch sehr leer. Daher und weil ich noch keinen mein Eigen nennen kann, wollte ich mir einen Nachttisch zimmern. Ganz einfach, ohne Schubladen und Kram, einfach nur eine Ablagefläche für Handy, Buch und was man noch abends so neben seinem Bett haben will.
Materialien - Holz, Lasur, Schrauben
Klar hätte ich auch einfach zu IKEA gehen können, aber das wäre zu einfach gewesen. Ich suche ja ständig nach Herausforderungen (das müsste in jeder Bewerbung gut ankommen *g)!

In meinem Kopf habe ich mir 3 Tage lang ein Bild von diesem Tisch gemacht. Es soll nicht nur bei diesem einen bleiben, am liebsten würde ich gleich 6 Stück anfertigen, einfach, um den Raum zu füllen, der mich mit seiner Leere anschreit. Heute war es dann soweit, dass ich endlich zu meinem geliebten Baumarkt fahren konnte. Ich stelle mir einen Tisch vor, der 40cm hoch ist und eine quatratische Oberfläche von 30x30cm hat. Die "Tischplatte" soll aus einzelnen Latten bestehen, dass es an einen Gartentisch erinnert und in seiner Form nicht allzu plump wirkt.

Die einzelnen Holzteile habe ich mir direkt zusägen lassen: 2 Platten (30x40cm), eine Holzlatte in 5 gleichgroße Stücke á 30cm Länge, von 6cm Breite. Alle Teile haben eine Stärke von 20mm. Dazu noch eine Lasur in dunkelbraun, damit es edel wirkt und schöne Schrauben. Alles in allem hat mich das 30 Euro gekostet, wobei ich auf gutes Vollholz geachtet habe und die Lasur noch für viele weitere Stücke reicht.

Bau - Erster Versuch

Erster Versuch deshalb, weil er einfach schiefgehen musste :)
Zuerst habe ich gemessen, wie ich die einzelnen Bestandteile zusammengehören. Ich habe für die Schrauben die ideale Schraubposition markiert und in einer der Tischplatten-Latten 2 Löcher gebohrt. Leister ist mir dabei das Holz gesplittert, was weniger schlimm ist, denn ich kann es relativ leicht verstecken.
Danach habe ich alle Teile lasiert. Dazu habe ich recht wenig Lasur verwendet, weil ich vor allem die Maserung des Holzes behalten wollte. Aber nun schmückt eine schöne, braune Patina das helle Birkenholz.

Nach 1 Stunde war alles soweit trocken, dass ich mit der Schrauberei anfangen konnte. Das war allerdings ein Ding der Unmöglichkeit, da ich es nicht geschafft habe, die Schrauben gerade reinzudrehen. Dazu kam die Schwierigkeit, dass die "schönen Schrauben" Einschlitzer waren, dazu bestehend aus einem sehr weichen Material. Großer Fehler, nach kurzer Zeit konnte ich nicht weiterschrauben.

Am Ende hat alles gewackelt, die Schrauben sind hinüber und von einem Tisch kann nicht die Rede sein. Die gebohrten Löcher sind zu groß, dass die Schrauben mehr Spiel haben, als dass sie halten.

Daher:


Bau - Zweiter Versuch

Ich lasse eine Nacht vergehen und arbeite am Samstag weiter...

... So, es ist inzwischen Samstag und ich mache mal weiter. Für alle, die es nachbauen wollen, hier mal meien Vorgehensweise.

Material (pro Tisch):

- 1 Brett, 30x40x1,8cm (2 Euro)
- 4 Latten, 30x6x1,8cm (Latte = 3 Euro)
- 4 Winkel (8er-Pack, 3 Euro)
- 16 Kreuzschlitzschrauben, 4,0x16mm (20er-Pack, 2,50 Euro)
- Lasur (für Kinder geeignet, dann enthält sie auch keine giftigen Stoffe) (11 Euro, reicht für viele Anstriche)

Tischplatte mit Tischbein durch Winkel verbunden1. Das Holz mit der Lasur bestreichen. Nicht alles auf einmal! Es muss ja schließlich trocknen. Bei der Lasur, die ich verwendet habe, war eine Stunde Trockenzeit genug. Die Lasur bewirkt vor allem einen edleren Look des Holzes, schützt aber auch später vor Feuchtigkeitseinwirkung. Nachteil: Dieses günstige und leicht verarbeitbare Holz ist sehr weich, weshalb es leicht vermackt - dann muss man neu lasieren.

2. Jetzt ist Genauigkeit gefordert! Die Platte auf einen Tisch legen und ein Bein an die Stelle halten, wo es im Endeffekt angeschraubt werden soll, natürlich Beine nach oben. ich habe die Tischbeine seitlich der Platte angeschraubt. Daher den Winkel auf die Unterseite der Tischplatte legen und anschrauben. Der Winkel sollte mittig des Tischbeins angebracht werden. Auch sollte der Winkel mindestens 2 Löcher haben, sonst wird am Ende alles wackeln.

3. Nun den Winkel an der Tischplatte anschrauben, danach das Tischbein anschrauben. Das mit allen Beinen wiederholen.

Bei mir wurde es leider nicht komplett gerade, aber das liegt wahrscheinlich an den Materialien.

Jaaaaaa, das war zwar anstrengend und ich musste auch einiges wieder reparieren, bevor der erste Tisch stand, aber es hat sehr viel Spaß gemacht und war dafür auch ziemlich günstig. Ich werde mit der restlichen Lasur noch mindestens einen weiteren Tisch lasieren können und definitiv mein Bett veredeln.Fertiger Tisch

Wer sich beim Bauen das Holz, so wie ich, total vermackt, dem sei Holzspachtel nahegelegt. Das ist genauso wie beim Wände spachteln, nur dass es sich heirbei um "flüssiges" Holz handelt, das nach Austrocknung wie originales Holz bearbeitbar ist. Damit lässt sich auch die schlimmste Macke wieder reparieren.

Schlusswort

Wer mich jetzt für absolut langweilig hält, was ich nach diesem Post verstehen kann, dem will ich nur sagen: Ich bin es nicht. Viemehr bin ich

ready2go!

Veröffentlicht in Kunst

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